Kia EV2

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VonJoaquim Oliveira

30. März 2026

Quadratisch, praktisch, …

Die kantige Form der Kia-Elektroautos hat sich vom 9er zum 6er, vom 6er zum 3er und vom 3er nun zum 2er durchgesetzt. Großzügiges Platzangebot, souveränes Fahrverhalten und ein günstiger Preis sollen bei Kunden punkten. Unterwegs mit der EV2-Basisversion mit rund 300 km Reichweite für knapp 27.000 Euro.

Kia treibt seine Strategie der Elektromobilität konsequent voran. Nachdem die Südkoreaner zunächst die oberen Segmente bedienten, bekommen nun auch Einstiegsversionen einen Elektroantrieb. Der Kia EV2, dessen Produktion im slowakischen Werk jüngst anlief, verfügt über eine 4,06 Meter lange Karosserie im kantigen SUV-Design, die beim EV9 debütierte und über EV6 und EV3 schrumpfte. Gegner sind Elektromodelle wie Opel Mokka, Jeep Avenger oder ein Renault 4 E-Tech. Auch der Kia EV2 basiert auf der Electric Global Modular Platform, die hier jedoch in der günstigeren 400-Volt-Version zum Einsatz kommt. Dabei wird der EV2 wahlweise mit einer 42-kWh-Lithium-Eisenphosphat-Batterie oder ab Juli mit einer 61-kWh-Nickel-Mangan-Kobalt-Batterie angeboten. Letztere ermöglicht Reichweiten von bis zu 450 Kilometern, während mit dem Basisakku bereits bei knapp über 300 Kilometern Schluss ist. Die Ladetempi sind mit maximal 118 kW überschaubar, denn es dauert eine halbe Stunde das kleine Batteriepaket von 10 auf 80 Prozent aufzuladen. Im Wechselstrombetrieb kann der EV2 als erster Kia mit bis zu 22 kW geladen werden. 

Der Innenraum orientiert sich an den bekannten Kia-Modellen. Der Mittelbereich des Armaturenbretts ist mit Stoff bezogen, während Module wie Türtaschen und Handschuhfach aus robustem Kunststoff gefertigt sind. Der Bereich zwischen den Vordersitzen ist offen gestaltet bietet eine Ladefläche für Mobiltelefone. Fahrer und Passagiere blicken auf zwei 12,3-Zoll-Bildschirme, in deren Mitte sich ein drittes 5,3-Zoll-Display für die Klimabedienung befindet. Das wird wie bei anderen Kia-Modellen teilweise vom Lenkradkranz verdeckt wird. Besser: die Taster für die Klimaautomatik sind mittig auf dem Armaturenbrett platziert. Die Lenkradheizung wird ebenso wie Sitzheizung oder die optionale Belüftung in der Türverkleidung bedient. Die Sicht nach hinten ist dank der kantigen Karosserie und großer Glasflächen sehr gut. Das kleine Schiebedach bringt zusätzliches Licht im Innenraum. In der Basisversion bietet der Fond drei Sitze ohne störenden Mittelfußbereich. Die Insassen profitieren von direkten Belüftungsdüsen, was in diesem Marktsegment eher unüblich ist. Optional ist eine Konfiguration mit nur zwei Rücksitzen erhältlich. Diese beiden Sitze lassen sich verschieben, um je nach Bedarf die Beinfreiheit oder das Gepäckvolumen zu vergrößern. 

Im fünfsitzigen EV2 lassen sich die Lehnen der Rücksitze im Verhältnis 1/3 zu 2/3 umklappen, wodurch eine ebene Ladefläche entsteht, falls der Ladeboden in der höchsten Position ist. Schade, dass die Ladefläche nicht in der unteren Position am Kofferraumboden verstaut werden kann, denn um die volle Höhe des Laderaums nutzen zu können, muss diese ausgebaut werden. Das Ladevolumen liegt zwischen 362 und 1.201 Litern. Zusätzlich gibt es unter der Fronthaube ein kleines Staufach mit 15 Litern Fassungsvermögen. Für einen 1,80 Meter großen Passagier bietet der Fond zwei Fingerbreiten Kopffreiheit und fünf Fingerbreiten Platz zwischen Knien und Vordersitzlehnen. Leider ragt die Mittelkonsole in den Fußraum des mittleren Fondpassagiers hinein, was den Vorteil des freien Platzes in der Mitte schmälert.

Während die Version mit dem größeren Akkupaket mit einem 99 kW / 135 PS starken Elektromotor auskommen muss, bietet die kleinere Batterie 108 kW / 146 PS. Für Dynamik sorgt das ebenso wenig wie die überschaubaren 250 Nm maximales Drehmoment und auch die Höchstgeschwindigkeit von 161 km/h ist zusammen mit dem mäßigen Ladetempo nichts für regelmäßige Langstreckentouren auf der Autobahn. Immerhin sind beim Wechsel zwischen den einzelnen Fahrmodi Unterschiede beim Beschleunigungsverhalten spürbar. Gerade im urbanen Umfeld oder im Bereich zwischen 80 und 120 km/h ist der Südkoreaner allemal flott unterwegs und beeindruckt mit seinem niedrigen Geräuschniveau. In kurvenreichen Streckenabschnitten zeigte sich, dass der EV2 mit seinen optionalen 18-Zoll-Rädern eine gute Balance zwischen angemessenem Komfort und Stabilität bietet. Auf schlechten Straßen und rustikalem Kopfsteinpflaster gefällt nicht allein die direkte Lenkung, sondern auch die steife Karosserie. Überzeugen kann der Kia EV2 insbesondere auch beim Bremsen, denn das Bremspedal gibt eine gute Rückmeldung von der Bremse. 

Technische Daten: Kia EV2

  • Motor: Elektro, vorn
  • Leistung: 108 kW / 147 PS
  • Max. Drehmoment: 250 Nm
  • Höchstgeschwindigkeit: 161 km/h
  • Beschleunigung 0 – 100 km/h: 8,7 Sekunden
  • Batteriepaket: 42,2 kWh
  • Normverbrauch: 15,5 kWh / 100 km
  • Ladegeschwindigkeit: 118 kW
  • Reichweite: 308 km
  • Leergewicht: 1.650 kg
  • Kofferraumvolumen: 362 – 1.201 Liter
  • Preis: 26.600 Euro

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